Alles einfacher mit dem Mac?.

Notiert am 26. January 2014 · Kategorie: Uninteressant · 2071 Mal gelesen

Im November 2012 hatte ich die Nase voll. Nach der Installation von Windows 8 auf meinem Rechner war nichts mehr wie es sein sollte, als technikaffiner Mensch kam ich nicht mehr mit der Kiste klar. Ein halber Feiertag ging drauf; schließlich fiel de Entschluss: Wenn ich schon mit einem Betriebssystem bei Null anfangen muss, dann nicht mit der neuesten verkorksten Version von Windows.

Am kommenden Tag also ab zum Apple Store und mit einem MacBook Air & einem Mac Mini wieder raus. Weniger mit der Idee, dass alles einfacher wird. Im Gegenteil: Nach fast 20 Jahren auf Windows galt es dem Gewohnheitstier einen schmerzlichen Gnadenschuss zu verpassen.

Software-Allerlei

Zu meinem Erstaunen stellte ich zu Hause fest, dass es so ziemlich alles an Software, was ich auf meiner alten Windows-Kiste hatte, auch für die neue Apfel-Kisten gab. Sogar das verhasste alte Office. Doch kleine Ausflüge in den App Store enthüllten Alternativen, zumal günstige und wie gewohnt mit hilfreichen Nutzer-Rezensionen zur aktuellsten Version. So tauschte ich Photoshop gegen Pixelmator, Sony Vegas gegen Final Cut Pro und – nur für den Versuch – Microsoft Office gegen iWorks.

Doch 'zur Sicherheit' (redete ich mir ein) war dort doch noch ein Microsoft Office installiert. Nur so. Die Angst vor Inkompatibilität. Doch mehr und mehr wurden Pages, Numbers & Keynote die Waffen der Wahl. Nicht zuletzt muss ich hier Morgan vom Apple Störe Team in Sindelfingen danken: Nach eineinhalb Stunden Workshop unter vier Augen hatte er mir alles beigebogen, was es zum Umstieg zu wissen gab. Ohne ihn würde ich mich sicher immer noch mit Excel quälen.

Tastalatursalat

Nicht erst mit Beginn der eigentlichen Nutzung, sondern schon bei der Einrichtung kamen die ersten Umgewöhnungsmomente. Ein Programm fragt nach meiner Mailadresse, ich tippe los und zack – das Programm schließt sich. Dort wo unter Windows das @ war, liegt beim Mac nun dummerweise der Befehl zum Schließen der Anwendung. “Learning by Doing” also, nach wenigen Malen passierte es auch schon nicht mehr.

Doch wo waren die ganzen Sonderzeichen hin? So schön und übersichtlich das Tastaturlayout auch sein mag, soviel versteckt sich auch im Hintergrund. Eckige Klammern und mein geliebtes ‹ (nicht zu verwechseln mit <) mussten erst ausfindig gemacht werden. Und die fehlende “Entfernen”-Taste… Es dauerte sicherlich Wochen, bis ich es alles verinnerlicht hatte, zumal ich bei meiner Haupt-Tätigkeit immer wieder vor einer Windows-(zum Glück nicht 8)-Kiste saß.

Aber dann, die kleinen Kunstgriffe von Screenshots in allen Varianten über komplette Finder-Navigation bis hin zur geliebten Kombination [Fn] [Fn] zur Aktivierung der Spracheingabe (mit der sich mit wenig Übung Mails und Blogeinträge wie dieser runterschreiben wie nichts, wenn keiner dazwischenplappert). Das alles natürlich nur mit der freundlichen Unterstützung von MacEinsteiger.de

Meine Frau, die Wischgestenkönigin

Innerhalb kurzer Zeit kündigte ich dann auch meiner Frau den Windows-Support, nach vergeblichen vier Stunden auf der Suche nach einem Grafik-Treiber für ihren Laptop auf der Laptop-Hersteller Sony und Grafikkarten-Hersteller Intel mit mir lustiges “haben wir nicht, frag doch mal [den jeweils Anderen]” spielten. So erfolgte eine kurzfristige Umstellung, mit einer kleinen “Hilfestellung”:

Dieser kleine Zettel über der Tastatur – die Rückseite der Touchpad-Verpackung – bereitete dann unerwartet große Freude. Heute beschwert sie sich darüber, warum ihr Arbeitsrechner – ein HP gestiftet von ihrem Arbeitgeber – ein soooo kleines und unfunktionales Touchpad habe.

Umsteigereieiei

Neben meiner Frau habe ich mittlerweile einige Umsteiger in meinem Umfeld erspäht. Sie alle hatten ihre kleinen Wehwehchen. Einer von ihnen bastelt sich wie beim PC immer noch ne Naht zurecht, aus Gewohnheit. Doch rückblickend muss ich sagen: Früher war nicht alles besser. Bei weitem nicht. Kein Grund also dem erschossenen Gewohnheitstier nachzutrauern.